Die Rohfassung ist der Teil, über den alle reden. Dabei ist sie in meinem Prozess der unwichtigste – sie muss nur existieren.
Erst der Stoff, dann die Form
Eine erste Fassung darf holpern, Löcher haben und Figuren enthalten, die zwischendurch die Augenfarbe wechseln. Ihre einzige Aufgabe ist es, Material zu liefern.
Beim zweiten Durchgang stelle ich mir für jede Szene drei Fragen:
- Was ändert sich in dieser Szene?
- Wer will hier etwas, und was steht im Weg?
- Wäre die Geschichte ärmer, wenn ich die Szene striche?
Wenn die dritte Frage mit „nein" beantwortet wird, fliegt die Szene raus. Das tut jedes Mal weh und ist jedes Mal richtig.
Abstand hilft
Zwischen Rohfassung und Überarbeitung lasse ich mindestens vier Wochen liegen. Danach lese ich den Text fast wie ein fremder Mensch – und sehe endlich, was wirklich auf der Seite steht statt dem, was ich gemeint habe.